Barcamp mit Flow-Effekt – Austausch mit Ehemaligen aus dem ersten Abi-Jahrgang WG International (2014)
berichtet von Dr. Oliver Greuling
Vermutlich wird jede ehrliche Lehrkraft zugeben, dass ein Flow-Effekt, bei dem Zeit für die Lernenden keine Rolle spielt und die Schulglocke zum Stundenende vor lauter Begeisterung gar nicht mehr wahrgenommen wird, eher seltener im regulären Unterricht vorkommt. Umso schöner ist es, wenn dieser Effekt erlebt werden kann – und sei es auch gerade deswegen, obwohl andere den ‚Unterricht‘ gestalten.

In loser Folge kommen Ehemalige aus den WG-i-Klassen traditionell zum Rutenfreitag zu Vorträgen zu ihrem Werdegang an die Humpis-Schule. Am 24. Juli 2026 besuchten uns gleich vier Ehemalige, die im Jahr 2014 als allererste das bilinguale internationale Abitur abgelegt haben. Darunter waren die Organisatorin der Runde Filiz Bulanik, Senior Tax Tech bei der Dachser SE Kempten, Carmen Schick, KaVo Dental GmbH Biberach, die Unternehmerin Theresa Vojtkó (vormals Hillebrand) und Stjepan Jurisic, Doktorand und bis vor kurzem wirtschaftswissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Stuttgart-Hohenheim.
Zu Beginn stellten sich alle vier kurz mit ihrem Lebenslauf seit dem Verlassen der Humpis-Schule und ihrem aktuellen beruflichen Tätigkeitsfeld vor. ‚Analog muss vor digital gehen, zumal bei so vielen Vortragenden‘, so waren sich die Organisatorin und der schulische Ansprechpartner schnell einig. Anstelle von Präsentationen sollten sich die Anwesenden, die vor allem aus den internationalen und aber auch weiteren Schulklassen kamen, selbst ihre Vortragenden aussuchen dürfen.
Die Methode des ‚Barcamp‘ war letztlich genau richtig gewählt. Alle Interessierten konnten sich demnach im Cluster der vier geöffneten Klassenzimmer frei zu den für sie am ansprechendsten Person selbstständig hinbegeben, welche sich an jedem der vier Pulte platzierten, um ihre Fragen zu stellen, und sie konnten sie wieder ebenso ungezwungen und frei wieder verlassen. Der so generierte offene Austausch trug Früchte, weil die Anwesenden praktisch bei allen Ehemaligen zumindest kurz vorbeisahen.
Die Freude bei den Zuhörenden wie bei den Befragten war dabei gleichermaßen groß. Es wurden Themen wie Lernstrategien zum erfolgreichen Abitur bis hin zur Findung des eigenen Wegs berührt, wobei der Austausch so intensiv war, dass die Zeit vergessen wurde. Die vier Ehemaligen ermutigten unabhängig voneinander dazu, dass man sich selbst um seinen Weg bemühen muss, der über eine akademische Ausbildung führen kann, aber nicht zwingend führen muss. Die Botschaften kamen bei den Schülerinnen und Schülern an – und wurden, weil nicht belehrend formuliert, gerne angenommen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Filiz, Carmen, Theresa und Stjepan, dass sie sich die Zeit für uns an dem Vormittag genommen haben.