Abschlussausflug der BK1-Klassen nach Ulm
berichtet von Sara Koch
Mit allen drei BK1 Klassen machten sich die Klassenlehrer Julius Igel, Christoph Capelli und Sara Koch am 08.07.2026 auf nach Ulm, um dort die KZ Gedenkstätte Oberer Kuhberg zu besuchen und im Anschluss in der Stadt Mittag zu essen. Außerdem begleitete uns Ulrich Kees vom Kreisarchiv Ravensburg, dem wir zu verdanken haben, dass wir diesen Ausflug kostenfrei anbieten konnten.

Etwas schade war, dass doch einige gefehlt haben. Unter denen, die dabei waren, wurde es als positiv wahrgenommen, am Ende des Schuljahres noch gemeinsam als Gruppe etwas zu unternehmen. Immerhin werden die Klassen so nicht bestehen bleiben und einige Schüler*innen verabschieden sich in eine Ausbildung. Auch wenn die Rückmeldung kam, dass das Wetter zur guten Stimmung beigetragen hat, so ist dieser Aspekt aus pädagogischer Sicht vielleicht zwiespältig zu sehen.
Das Konzentrationslager Oberer Kuhberg diente von 1933 bis 1935 als Männergefängnis, vor allem für politisch Gefangene. Als kältester Ort Ulms – windig im Außengelände und bitterkalt in den unterirdischen klammen Zellen – haben wir diesen Ort nicht wahrgenommen. Ein Mitfühlen, wie es den insgesamt 600 Gefangenen dort ergangen sein musste, blieb uns schon durch die milden Bedingungen erspart. Manche Schüler*innen fanden es schade, dass sie das Gelände nicht selbstständig und in ihrem Tempo erkunden konnten, andere lobten aber die Führungen als sehr informativ. Erinnerungskultur in einer Generation aufrecht zu erhalten, die mit neuer rechter Propaganda aufwächst und hier auch immer wieder gesagt bekommt, dass es dieses ständige Erinnern nicht mehr brauche, ist alles andere als einfach und so passt auch, dass die Schüler*innen regelrecht irritiert waren, dass in diesem Gefängnis kein Mensch gestorben ist.
Im Unterricht konfrontiert mit der überwältigenden Grausamkeit des Holocausts, schien dieser Ort beinahe harmlos. Dabei kann man an der Gedenkstätte Oberer Kuhberg aber sehen, wie direkt nach der Machtübernahme Gebäude umfunktioniert wurden und eine massive und aggressive Verfolgung von politischen Gefangenen betrieben wurde. Ein sehr aufmerksamer Schüler bemerkte, wie positiv er es fände, dass die Einzelzelle von Kurt Schumacher nicht eingerichtet worden sei, weil es keine Belege über die Einrichtung gegeben habe. Hier zeigt sich eine Sehnsucht nach wissenschaftlicher Korrektheit, die man aus pädagogischer Sicht nur begrüßen kann und die sicher auch im Sinne von Herrn Kees vom Kreisarchiv sein wird. An dieser Stelle nochmal vielen herzlichen Dank für die Finanzierung dieser Exkursion!