Kurs Global Studies debattiert

”Fat tax on highly-processed and sugary food?”- “Days off at school above 30 degrees?” – ”Maximum age of 65 for Presidents?”

berichtet von Dr. Oliver Greuling

Das waren die Themen über welche die Schülerinnen und Schüler aus dem Kurs Global Studies der Eingangsklassen vom Wirtschaftsgymnasium in Teams gegen die JS1er und in gemischten Teams mit den Eingangsklassen aus dem Global Studies am Wirtschaftsgymnasium der Wessenberg-Schule (WBS) in Konstanz am 16. Juli 2026 debattierten.

„Blick vom Rhein auf die Schule Wessenberg-Schule“
Quelle: Wessenberg-Schule Konstanz

Der Bildungsplan Global Studies an Beruflichen Gymnasien fordert dazu auf, im Rahmen von Debating an inner- oder außerschulischen Wettbewerben teilzunehmen. Wir folgten darum gerne der Einladung unserer ehemaligen Kollegin Miriam Hanser an die herrlich am Rhein gelegene WBS nach Konstanz, wo sie uns mit ihren Kursen herzlich begrüßte und an dem heißen Sommertag gastlich bewirtete.

Im Vorfeld der Debatten wurden fast zwanzig mögliche Themen (Motions) aus beiden Schulen gesammelt, und man konnte sich unabhängig voneinander auf die oben genannten einigen. Während die eine Herausforderung darin bestand, den vermutlich hitzebedingten Schwund an Schülerinnen und Schülern bei der Bildung der gegeneinander antretenden Teams zu kompensieren, war die erste bereits mit der Vorbereitung der Motions angenommen worden.

Künstliche Intelligenz (KI) als Hilfe zu verwenden beim Vorbereiten einer Debatte gehört inzwischen zum Standard. Sofern dabei das Erlernen des sinnvollen Einsatzes von KI berücksichtigt wird, dürfte das aus didaktischer Perspektive vertretbar sein. Im Verlauf der Debatten zeigte sich jedoch, dass selbst mit KI unterstützte Argumentationslinien nicht durchgängig überzeugend sind, wenn man im Laufe der Debates nur schwer auf die Argumentation des unmittelbar vorangehenden Speakers und auf spontane Zwischenfragen der Gegenseite eingeht. Die drei unabhängigen Judges von den beiden Schulen wussten genau das neben der Stringenz der Argumente der jeweiligen Teams bei ihren Bewertungen zu berücksichtigen.      

Beim Debating geht es nicht in erster Linie darum, mit seinem Team zu gewinnen. Im Vordergrund steht der faire und schlagfertige Austausch des Teams Pro und des Teams Contra zu einer Gesetzesvorlage mit inhaltlich begründeten Argumenten.

Entgegen des gängigen Vorurteils, junge Menschen seien vor allem hedonistisch und wenig kundig in Bezug auf gesellschaftspolitische Themen, wurde gezeigt, dass die Argumente von einem hohen Grad an Reflexion zeugten und sie stichhaltig mit Daten belegt waren. Darüber hinaus war es eine großartige Leistung, sich in freier Rede in der englischen Sprache zu behaupten, was ein Erleben in Bezug auf die Größen Selbstwirksamkeit einerseits und demokratische Teilhabe andererseits steigerte.  

KZ Gedenkstätte Oberer Kuhberg

Abschlussausflug der BK1-Klassen nach Ulm

berichtet von Sara Koch

Mit allen drei BK1 Klassen machten sich die Klassenlehrer Julius Igel, Christoph Capelli und Sara Koch am 08.07.2026 auf nach Ulm, um dort die KZ Gedenkstätte Oberer Kuhberg zu besuchen und im Anschluss in der Stadt Mittag zu essen. Außerdem begleitete uns Ulrich Kees vom Kreisarchiv Ravensburg, dem wir zu verdanken haben, dass wir diesen Ausflug kostenfrei anbieten konnten. 

Etwas schade war, dass doch einige gefehlt haben. Unter denen, die dabei waren, wurde es als positiv wahrgenommen, am Ende des Schuljahres noch gemeinsam als Gruppe etwas zu unternehmen. Immerhin werden die Klassen so nicht bestehen bleiben und einige Schüler*innen verabschieden sich in eine Ausbildung. Auch wenn die Rückmeldung kam, dass das Wetter zur guten Stimmung beigetragen hat, so ist dieser Aspekt aus pädagogischer Sicht vielleicht zwiespältig zu sehen.

Das Konzentrationslager Oberer Kuhberg diente von 1933 bis 1935 als Männergefängnis, vor allem für politisch Gefangene. Als kältester Ort Ulms – windig im Außengelände und bitterkalt in den unterirdischen klammen Zellen – haben wir diesen Ort nicht wahrgenommen. Ein Mitfühlen, wie es den insgesamt 600 Gefangenen dort ergangen sein musste, blieb uns schon durch die milden Bedingungen erspart. Manche Schüler*innen fanden es schade, dass sie das Gelände nicht selbstständig und in ihrem Tempo erkunden konnten, andere lobten aber die Führungen als sehr informativ. Erinnerungskultur in einer Generation aufrecht zu erhalten, die mit neuer rechter Propaganda aufwächst und hier auch immer wieder gesagt bekommt, dass es dieses ständige Erinnern nicht mehr brauche, ist alles andere als einfach und so passt auch, dass die Schüler*innen regelrecht irritiert waren, dass in diesem Gefängnis kein Mensch gestorben ist.

Im Unterricht konfrontiert mit der überwältigenden Grausamkeit des Holocausts, schien dieser Ort beinahe harmlos. Dabei kann man an der Gedenkstätte Oberer Kuhberg aber sehen, wie direkt nach der Machtübernahme Gebäude umfunktioniert wurden und eine massive und aggressive Verfolgung von politischen Gefangenen betrieben wurde. Ein sehr aufmerksamer Schüler bemerkte, wie positiv er es fände, dass die Einzelzelle von Kurt Schumacher nicht eingerichtet worden sei, weil es keine Belege über die Einrichtung gegeben habe. Hier zeigt sich eine Sehnsucht nach wissenschaftlicher Korrektheit, die man aus pädagogischer Sicht nur begrüßen kann und die sicher auch im Sinne von Herrn Kees vom Kreisarchiv sein wird. An dieser Stelle nochmal vielen herzlichen Dank für die Finanzierung dieser Exkursion!

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