Humpis-Schule

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16.07.2020Alpencross ohne Alpen, aber trotzdem mit Herausforderungenberichtet von Alexander Nobis
Bild von der Humpis Gruppe Alpencross

photoart Hund

Der Alpencross des Seminarkurses der Humpis Schule fand wegen Corona nicht statt. Als Alternative kreierten die Schüler eigene Touren und fuhren diese für die Aktion „cyclingagainstcorona“ von Mountainbikeprofi Daniel Gathof.

Im Schuljahr 2018/2019 fand der erste Alpencross mit ausführlicher Vorbereitung (praktisch, wie auch theoretisch) des Wirtschaftsgymnasiums der Humpis-Schule statt.  Die erste Alpenüberquerung, betreut von den Sportlehrern Birgit Kugel und Andreas Matheis, war ein super Erfolg. Die Lehrkräfte boten den besonderen Seminarkurs, einmal über die Alpen mit dem Mountainbike zufahren, auf Grund der hohen Resonanz nochmal an. Zur Erklärung: Der Seminarkurs ist eine besondere Lernleistung über das gesamte Schuljahr  der zwölften Klassen der beruflichen Gymnasien, mit ihm kann das vierte oder fünfte Abitur-Prüfungsfach ersetzt werden. Dabei arbeiten die Schüler in Gruppen von drei bis vier Personen eine wissenschaftliche Arbeit aus.

Zehn Schülerrinnen und Schüler meldeten sich Ende der elften Klasse für die erneute Alpenüberquerung, die unter dem Namen „Alpencross 2.0“ durchgeführt werden sollte, an. Nach den Sommerferien arbeiteten sich die zehn angehenden Alpenbezwinger an die Vorbereitung. Zuerst wurden die zehn Schülerinnen und Schüler in die erforderlichen Kleingruppen eingeteilt. Neben dem sportlichen Aspekt standen natürlich auch theoretische Aspekte auf dem Programm: „Welches Rad brauche ich?“, „Wie verhalte ich mich in den Alpen?“ und „Von wo bis wo überquert das Seminarkursteam die Alpen?“. Mit dieser Frage beschäftigten sich die Schüler am Anfang des Seminarkurses. Die zwölf Mountainbiker (inkl. Lehrer) entschieden über drei ausgewählte und ausgearbeitete Touren der Kleingruppen. Am Ende viel die Entscheidung auf die Route von Ravensburg nach Menaggio am Comersee in Italien. Jetzt waren auch die zu bewältigende Leistung bekannt. Das Ziel war eine Strecke von 310 km  mit insgesamt 7280 Höhenmetern. Nach dem die Route mit ihren fünf Etappenzielen fertiggestellt war, suchten die Schüler die Unterkünfte heraus, so dass die Lehrkräfte nur diese noch buchen mussten.

Nach dem Jahreswechsel stieg das Team in das Training für Alpencross ein. Im KJC Ravensburg e.V. absolvierten die zwölf motivierten Sportler sieben anstrengende und intensive Spinning-Einheiten, um die Ausdauer zu verbessern. Diese Spinning Einheiten wurden mit anschließenden Ausfahrten der Gruppen und in individuellen Gruppen fortgesetzt. Neben dem Training stand die Ausarbeitung der wissenschaftlichen Arbeit auf dem Programm der Kleingruppen. Die Schüler sollten sich mit der Trainingslehre, der Ernährung, den Alpinen Gefahrenzonen, der Ausstattung und der Sicherheit und Erste-Hilfe  der Sportler auseinandersetzen. Kurz danach schloss das Kultusministeriums die Schulen. Auch der „Alpencross 2.0.“ traf dies massiv. Kurz nach der Schulschließung wurde die Alpenüberquerung auf Grund des Verbots von Klassenfahrten abgesagt. Die Schüler/innen konnten die Ausarbeitung in Ruhe erarbeiten. Nur die sportliche Komponente und dessen Bewertung war in Gefahr. Da dies einen Großenteil der kompletten Seminarkursnote ausmacht, suchten die Lehrer nach einer gleichwertigen Lösung. Mitte April startete die Aktion „cyclingagainstcorona“ vom Mountainbikeprofi Daniel Gathof aus Ravensburg und der Firma Enerquinn. Gathof brachte Jugendliche im Alter von 14 – 20 Jahren zu sportlichen Outdooraktivitäten während des Corona-Shut-Downs. Als Team sammelten Schulklassen aus dem Landkreis Ravensburg zusammen Kilometer. Als Ansporn gab es am Ende  des Zeitraum (19. April-19.Juni) tolle Preise zu gewinnen. Die Schüler/innen mussten sich dabei an die Corona-Regeln halten und nahmen ihre individuellen Routen auf der Tracking-App „Starva“ auf. Dies war auch die Lösung für die Lehrkräfte Kugel und Matheis die Lösung die sportliche Leistung zu ermitteln. Die Schüler sollten im Aktionszeitraum von „cyclingagaistcorona“  mindestens 250 Kilometer fahren und dabei vier Routen mit mindestens 50 Kilometer fahren und drei mit mindestens 700 Höhenmetern tracken. Neben den Präsentationen der Ausarbeitungen schafften alle Schülerinnen und Schüler diese Vorgaben für die Note „sehr gut“. Die Sportlerinnen und Sportler fuhren dabei im Allgäu, auf den Höchsten und auf den Gehrenberg um auch die vorgegebenen Höhenmeter zu erreichen. Desweitern motivierten die Lehrer die Schüler/innen zusätzlich mit teaminternen Preisen. Die/Der Mountainbikerin/Mountainbiker mit den meisten Höhenmetern wurde am Ende als „Master of Atidute“ gekürt und die Sportlerin / der Sportler, die/der die meisten Kilometer fuhr, wurde mit dem Titel „Master of Kilometers“ ausgezeichnet.  Als Team erreichte der „Alpencross 2.0“ den sechsten Platz bei „cyclingagaistcorona“. Auf Grund der tollen Instagram Seite des Seminarkurses gewann das Team den „Social-Media-Preis“. Die Schüler nahmen bei ihren Touren Impressionen in Form von Bildern und Videos auf um diese dann auf der Instagram Seite „alpencross_humpisschule“ hochzuladen. Einmal fuhren sogar fast alle gemeinsam eine Tour. Das Team fuhr am 19.06  auf die Süh zum Abschlussevent von „cyclingagainstcorona“. Dies war leider die einzige gemeinsame Fahrt des Seminarkurses im Juni. Alle Schüler und auch die zwei Lehrer wären nämlich sehr gerne den schon fertig geplanten Alpencross im Juni gefahren. Trotzdem waren alle von der Idee „cyclingagainstcorona“ von Anfang an überzeugt. Dies wurde auch im Kolloquium, das den „Alpencross 2.0“ abrundete nochmal deutlich.

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